Praxisbeispiel Finanzierungslösung Nachfolgeregelung

Case Nachfolgelösung Hotelbetrieb

 

Ausgangslage

Ein Hotelier will die Nachfolge für sein Hotel und Restaurant regeln. Mit einer jungen, dynamischen und hochqualifizierten Person hat er die ideale Lösung gefunden. Die Parteien haben sich darauf geeinigt, dass das Hotel – welches in der Aktiengesellschaft ist – mittels Aktienkauf übergeben werden soll. Die Vertragsparteien haben sich auf einen bestimmten Preis geeinigt.

 

Herausforderung

Der junge, dynamische und hochqualifizierte Unternehmer hat wenig bis kein Eigenkapital, das heisst konkret, er ist auf möglichst viel Fremdkapital angewiesen.

 

Bei einem Aktienkauf finanzieren die Banken maximal zwischen 50 – 70 % des plausiblen Kaufpreises. Das Darlehen muss in der Regel zwischen 5 – 7 Jahren zurückgeführt werden.

Problem der Nachfolgeregelung

Problemstellungen

Der Aktienwert resp. Unternehmenswert verkörpert den Immobilienwert des Hotelgebäudes. Grundsätzlich dürfen die Aktiven, in diesem Fall die Immobilie, der Aktiengesellschaft für die Aktienkauffinanzierung nicht als Sicherheit verwendet werden, weil die Steuerbehörde dies als Immobilienhandänderung betrachtet und darauf erhebliche Steuern fällig werden.

 

Aufgrund dieser Konstellation wurde das Kreditbegehren jeweils ohne besondere Sicherheiten (= Blankokredit) beurteilt und analysiert. Der junge Unternehmer erhielt bei jeder der angefragten Banken eine Absage.

 

Begründung:

Blankokredite müssen in der Regel zwischen 5 – 7 Jahren getilgt werden und sind aufgrund der Risikoüberlegung viel höher zu verzinsen. Diese Faktoren machen eine solch hohe Transaktion unfinanzierbar, weil die Tragbarkeit nicht gegeben ist. Das heißt konkret, dass aufgrund der kurzen Kreditlaufzeit (5 – 7 Jahren) für die relativ hohe Darlehenssumme (Kauf Hotelliegenschaft) die Tilgungsraten die zu erwirtschaftenden Erträge bei weitem übersteigen und der Kredit nicht im gewünschten Zeitraum rückzahlbar und verzinsbar ist.

Loesung

Lösung durch uns

Keine Regel ohne Ausnahme – nach diesem Motto haben wir nach einer geeigneten Lösung gesucht und auch gefunden.

 

Zusammen mit dem Steuerberater, dem Treuhänder und der Steuerbehörde konnten wir ein sogenanntes Steuerruling aushandeln, wonach es nun möglich war, dass die Aktiven in der Bilanz der zu übernehmenden (Firma) Aktiengesellschaft als Sicherheit verwendet werden konnten.

 

Dieses Steuerruling, basierend auf dem Erhalt der lokalen Arbeitsplätze und Fortführung des doch erfolgreichen Hotelbetriebes, war matchentscheidend für die spätere Finanzierungslösung!

 

Nun konnten die Banken den Kreditantrag mittels Hypothek, d.h. durch Sicherstellung der Hotelliegenschaft, prüfen. Die Kreditlaufzeit erhöhte sich dadurch markant (50 Jahre und mehr), so dass die jährlichen Tilgungsraten erheblich geringer ausfielen und so der Kredit für ihren Betriebsertrag finanziell tragbar war.

 

Nach nun bald 6 Jahren seit der Betriebsübernahme entwickelte sich der Hotelbetrieb sehr positiv, überstand die Corona-Krise gut und zählt heute zu den renommiertesten Häusern in seiner Marktregion.